Lagarde: EU-Binnenmarkt stärken als Antwort auf Trump
Eine Antwort auf die Zollpolitik der USA ist aus Sicht von EZB-Präsidentin Christine Lagarde eine Stärkung des EU-Binnenmarktes. „Klar, die USA sind groß, ein wichtiger Ort, auch ein wichtiger Handelspartner für uns. Aber was wir machen müssen, ist, dass wir hier zu Hause unseren Garten bestellen“, sagte die Notenbankchefin.
EZB-Chefin Christine Lagarde. - Foto: © APA/afp / KIRILL KUDRYAVTSEV
„Wir haben ein Riesenpotenzial in Europa.“ Güter, Kapital und Menschen müssten frei in der Gemeinschaft bewegt werden können.
Lagarde rief dazu auf, innere Barrieren zu überwinden und etwa Lizenzverfahren und andere nationale Vorgaben zu vereinheitlichen. Die EU verhandelt derzeit mit den USA über eine mögliche Beilegung des Zollstreits. Ziel der Gespräche ist es, mit einem Deal eine weitere Eskalation des Handelskonflikts abzuwenden.
Aufschubfrist läuft ab
US-Präsident Donald Trump will ab dem 9. Juli weitere Zölle in Kraft treten lassen, wenn die EU den USA in Handelsfragen nicht entgegenkommt. Nach den von Trump im April angekündigten reziproken Zöllen würde sich der vorübergehende Zusatzzoll von zehn Prozent auf 20 Prozent verdoppeln.
„An der Preisfront sind wir stabil“
Bei der Inflation ist laut EZB-Chefin Christine Lagarde in der Eurozone endlich Stabilität eingekehrt. Die Französin wies darauf hin, dass es zwar viele Krisen und Bedrohungen gebe. „Doch an der Preisfront sind wir stabil“, fügte sie hinzu. Die Europäische Zentralbank (EZB) sei entschlossen, diese Stabilität zu erhalten. Im Juni lag die Inflationsrate im Euro-Raum bei 2,0 Prozent – also dem Zielwert der EZB.