Freitag, 19. September 2025

Löhne in Südtirol: Privatwirtschaft hinkt Preissteigerungen hinterher

Drei Viertel aller Beschäftigten in Südtirol arbeiten in der Privatwirtschaft – und genau dort öffnet sich die Schere zwischen Einkommen und Lebenshaltungskosten immer weiter. Das zeigt eine heuer erschienene Studie des Arbeitsförderungsinstituts (Afi).

Im öffentlichen Dienst sind die Löhne derzeit stärker gestiegen als in der Privatwirtschaft in Südtirol. - Foto: © Shutterstock

Die Forscher haben die beim NIFS/INPS gemeldeten Bruttolöhne zwischen 2018 und 2023 untersucht, inklusive Zuschlägen und Überstunden. Das Ergebnis: Während die Löhne im Durchschnitt um 11,8 Prozent zulegten, stiegen die Lebenshaltungskosten im selben Zeitraum um 20,3 Prozent. Besonders die Energiekrise 2022 ließ die Preise explodieren.

Minus zehn Prozent Kaufkraft

Verdiente ein Beschäftigter 2018 im Schnitt noch 112 Euro brutto pro Tag, lag die Tagesentlohnung 2023 bei 126 Euro. „Die nominelle Lohnentwicklung in der Privatwirtschaft hat damit nur etwa 60 Prozent der Teuerung ausgeglichen“, sagt Afi-Direktor Stefan Perini gegenüber STOL.

Am stärksten konnten Führungskräfte von den Zuwächsen profitieren: Ihre Gehälter stiegen um knapp 16 Prozent. Höhere Angestellte kamen auf ein Plus von 12,7 Prozent, einfache Angestellte hingegen lediglich auf 11,3 Prozent.

Gewerbliche Nachbesserungen – aber reicht das?

Jüngst haben die Kollektivverträge neue Impulse gesetzt: Der Hotelier- und Gastwirteverband (HGV) erhöhte das territoriale Lohnelement von 100 auf 150 Euro brutto. Auch der Handels- und Dienstleistungsverband (hds) stockte auf – von 8 auf 45 Euro. Diese Abschlüsse dürften 2024 und 2025 für einen gewissen Lohnschub sorgen, glaubt Perini. „Ob dieser allerdings reicht, um die Schere zwischen Löhnen und Lebenshaltungskosten zu schließen, bleibt fraglich.“

Ein Beispiel verdeutlicht die Dimension: Bei einem Monatsbruttolohn von 2.500 Euro bedeutet ein Plus von 50 Euro gerade einmal zwei Prozent mehr. „Um den Abstand von rund zehn Prozent zwischen Lohn- und Preisentwicklung aufzuholen, bräuchte es einiges mehr“, so Perini.

Öffentlicher Sektor als Vorbild

Derzeit zeigt ausgerechnet der öffentliche Dienst, dass es auch anders geht. Dort sind die Gehälter spürbar stärker gestiegen. Perini: „Die Privatwirtschaft müsste dringend nachziehen.“

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stol

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