Montag, 28. April 2025

Maskenaffäre: Nun reden Oberrauch und Engl

In der Affäre rund um den Ankauf von Schutzmasken während der Coronapandemie bezieht die Unternehmensgruppe Oberalp nun klar Stellung: Man sei nie Importeur, sondern lediglich Vermittler gewesen, hieß es bei einer Pressekonferenz am heutigen Montag.

Heiner Oberrauch (links) und Christoph Engl (rechts) weisen alle Vorwürfe zurück.

Bekanntlich hatte Oberalp zu Beginn der Pandemie in Absprache mit dem Südtiroler Sanitätsbetrieb Schutzmasken in China organisiert, die sich später als mangelhaft herausstellten.

Die sogenannte „Maskenaffäre“ führte zu Ermittlungen der Bozner Staatsanwaltschaft gegen Firmenchef Heiner Oberrauch. Ihm war vorgeworfen worden, bewusst mangelhafte Ware weitergegeben und versucht zu haben, eine öffentliche Ausschreibung zu beeinflussen. Die strafrechtlichen Ermittlungen wurden bereits vor zwei Jahren eingestellt.



Parallel dazu läuft weiterhin ein Zivilverfahren, in dem Oberalp vom Südtiroler Sanitätsbetrieb die Rückzahlung von rund 30 Millionen Euro zuzüglich Zinsen fordert. Hintergrund sind zwei Lieferungen von Masken, die über den chinesischen Lieferanten TuTwo abgewickelt wurden.

„Wir waren ausschließlich Vermittler und niemals Importeur“

Auf einer eigens einberufenen Pressekonferenz erklärten Oberrauch und Geschäftsführer Christoph Engl die Hintergründe: Man sei damals in einer absoluten Notsituation tätig geworden. „Wir waren ausschließlich Vermittler und niemals Importeur“, betonte Oberrauch. In der Entscheidung, in dieser Ausnahmesituation zu helfen, habe er sich auch an den Werten seines verstorbenen Vaters orientiert.



Christoph Engl ergänzte: „Wir räumen ein, dass wir nicht vorsichtig genug waren. Aber der Vorwurf, wir hätten uns bereichern wollen, entbehrt jeder Grundlage.“ Vielmehr habe die Oberalp-Gruppe unter großem Druck gehandelt, um dringend benötigte Schutzmasken zu organisieren.

„Wir räumen ein, dass wir nicht vorsichtig genug waren“

Zur Finanzierung des Ankaufs erhielt Oberalp einen Kredit von zehn Millionen Euro durch die Raiffeisen-Landesbank, der laut damaligem RLB-Direktor Zenone Giacomuzzi aufgrund der akuten Notsituation auf dem kurzen Dienstweg abgewickelt wurde.



Bereits in der Vergangenheit hatte Oberalp betont, dass der Südtiroler Sanitätsbetrieb darüber informiert gewesen sei, dass die gelieferten Masken lediglich chinesischen Normen entsprachen und keine CE-Zertifizierung besaßen.

Mit ihrer Darstellung wollen Oberrauch und Engl auch aufzeigen, dass Oberalp in dieser Krisenzeit in erster Linie helfen wollte – und sich nun zu Unrecht mit schweren Vorwürfen konfrontiert sieht.

stol

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