Mittwoch, 8. Oktober 2025

Meloni will Banken zur Kasse bitten

Die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni will im Rahmen des Haushaltsgesetzes für 2026 die Banken um einen finanziellen Beitrag bitten. „Ich habe nicht die Absicht, das Bankensystem zu bestrafen. Wir können die Banken aber um Unterstützung bitten“, sagte Meloni im Zuge der laufenden Haushaltsverhandlungen.

Ministerpräsidentin Giorgia Meloni. - Foto: © ANSA / GIUSEPPE LAMI


Bekanntlich plant die Regierung, die Einkommenssteuer IRPEF zu reformieren und den mittleren Tarif von 35 auf 33 Prozent herabzusetzen. Um die Steuersenkung jedoch zu finanzieren, denkt Rom daran, die „Übergewinne“ der Banken von 130 Mrd. Euro in den vergangenen drei Jahren heranzuziehen. Die großen italienischen Banken – allen voran Intesa SanPaolo und Unicredit, gefolgt von Banco Ppm, Bper Banca und Monte dei Paschi – haben im ersten Halbjahr 2025 besonders positive Ergebnisse erzielt.

Börsenkapitalisierung der Großbanken stark gestiegen

2022 lag die Börsenkapitalisierung aller fünf Großbanken bei 82 Mrd. Euro. Heute erreichen Intesa und Unicredit allein jeweils rund 100 Mrd. Euro. Die Gewinne resultieren vor allem aus erhöhten Provisionen.

In Rom haben die hohen Halbjahresgewinne eine Debatte über eine Sondersteuer entfacht. Widerstand kommt vor allem von der Forza Italia um Außenminister Antonio Tajani. Finanzminister Giancarlo Giorgetti (Lega) will einen Kompromiss finden, der die Banken nicht übermäßig belastet.

apa

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