Dienstag, 30. September 2025

Milliarden aus Gasexporten: So profitiert Putin von der EU

Trotz aller Sanktionen profitiert Russland weiterhin von Energiegeschäften mit der EU. Unternehmen importieren Milliarden Kubikmeter Erdgas von russischen Konzernen – und finanzieren damit indirekt auch die Staatskasse des Kreml, warnt Greenpeace in einer aktuellen Studie.

Jährlich fließen Milliarden an Kubikmeter Erdgas aus Russland in die EU – trotz Sanktionen. - Foto: © APA/dpa / Sina Schuldt


Nach Schätzungen der Umweltorganisation wurden bereits in den ersten acht Monaten dieses Jahres 12,8 Millionen Kubikmeter Flüssigerdgas (LNG) in die EU importiert. Besonders auffällig ist das russische Unternehmen Yamal LNG: Zwischen 2022 und 2024 erzielte das Unternehmen Einnahmen von insgesamt 40 Milliarden US-Dollar (34 Mrd. Euro). Rund 9,5 Milliarden US-Dollar davon flossen als Gewinnsteuer in die russische Staatskasse. Als wichtigste Kunden in der EU nennt die Organisation den französischen Ölkonzern Total, das bundeseigene deutsche Energieunternehmen Sefe sowie die spanische Naturgy.

Demnach steuerte Total schätzungsweise 2,5 Milliarden US-Dollar zu den Gewinnsteuern des russischen Staates bei, Sefe 1,45 Milliarden US-Dollar und Naturgy 1,25 Milliarden US-Dollar.

Milliarden für die russische Kriegskasse

Greenpeace rechnet vor, dass Russland aus den 9,5 Milliarden Dollar Gewinnsteuer unter anderem 271.000 Angriffsdrohnen des iranischen Typs Shahed, 2.686 T-90M-Kampfpanzer oder 9,5 Millionen 152-mm-Artilleriegeschosse hätte finanzieren können.

Besonders problematisch sei laut Greenpeace, dass die vier wichtigsten russischen LNG-Importländer – Frankreich, Spanien, Belgien und die Niederlande – zwischen 2022 und Juni 2025 mehr Geld für den Import von russischem LNG ausgaben, als sie der Ukraine im gleichen Zeitraum an bilateraler Hilfe bereitstellten. Sie importierten demnach russisches LNG im Wert von 34,3 Milliarden Euro, während sie 21,2 Milliarden Euro an bilateraler Unterstützung für die Ukraine bereitstellten.

Bemerkt wird zudem, dass der französische Konzern Totalenergies einen 20-Prozent-Anteil an Yamal LNG und einen Anteil von 19,4 Prozent an der Muttergesellschaft Novatek hält. Demnach profitierte das Unternehmen während der Energiekrise erheblich von diesen Beteiligungen.

dpa

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