Der eigentliche Wandel liege nicht bei der Einstellung der jungen Leute, sondern in den Rahmenbedingungen. „Wir befinden uns heute in einem Arbeitnehmermarkt. Das bedeutet: Junge Menschen haben Auswahlmöglichkeiten, sie können Forderungen stellen und sich ihren Arbeitsplatz aussuchen. Das ist kein Zeichen von Faulheit, sondern eine Folge der Marktlage“, so Mader.
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Der anhaltende Fachkräftemangel verstärke diese Entwicklung. Viele Betriebe müssten mit knapperen Teams immer mehr leisten. Bleibe zusätzliches Personal aus, steige zwangsläufig der Druck. „Wenn Mitarbeitende dann ihre Grenzen aufzeigen und sagen: So kann es nicht weitergehen, wird das schnell als mangelnde Einsatzbereitschaft interpretiert“, erklärt die Expertin.
Ein weiterer zentraler Punkt ist der veränderte Umgang mit Gesundheit und Lebensqualität. Die Generation Z habe ein stärkeres Bewusstsein für mentale Belastungen und wisse, dass dauerhafte Überforderung krank machen kann. „Junge Menschen wollen nicht permanent am Limit arbeiten. Sie achten bewusster auf ihre Balance und ihr Wohlbefinden“, sagt Mader. Gleichzeitig habe sich auch der Zugang zur Arbeit verändert: Effizienz, digitale Hilfsmittel und die Sinnhaftigkeit von Aufgaben spielten eine größere Rolle als früher.
Klassische Führungsmodelle stoßen dabei zunehmend an ihre Grenzen. „Reine Anweisungen ohne Erklärung funktionieren nicht mehr. Wer junge Menschen führen will, muss begründen können, warum etwas getan wird, und sie als gleichwertige Gesprächspartner ernst nehmen“, betont Mader.
Auch das Verständnis von Loyalität habe sich verschoben. Während frühere Generationen oft lange in einem Unternehmen blieben, sei das nicht immer freiwillig gewesen. „Das war häufig Loyalität aus Mangel an Alternativen. Heute wechseln junge Menschen schneller, wenn die Bedingungen nicht stimmen – einfach weil sie es können“, so Mader.

