Mittwoch, 4. Februar 2026

Neun Millionen Euro Strafe gegen eDreams

Wegen mehrerer unlauterer Geschäftspraktiken hat die italienische Wettbewerbsaufsicht (AGCM) gegen das Ferienbuchungsportal eDreams eine Strafe von insgesamt neun Millionen Euro verhängt. Dies teilte die Behörde am Mittwoch mit.

Weil man Kunden bewusst zu einer Handlung gedrängt hat, ist eDreams zu einer Millionenstrafe verurteilt worden. - Foto: © dpa-tmn / Christin Klose

Konkret beanstandete die AGCM zwei Praktiken.

Zum einen soll eDreams sogenannte Dark Patterns – also manipulative Designtricks – eingesetzt haben, um Nutzer zum Abschluss eines Premium-Abos zu bewegen. Laut den Ermittlern wurden Vorteile und Rabatte übertrieben dargestellt sowie künstlicher Zeitdruck und eine vermeintliche Angebotsknappheit erzeugt, um Kunden zu schnellen Entscheidungen zu drängen. Zudem sei häufig automatisch das teurere Abonnement „Prime Plus“ voreingestellt gewesen.

Für diese manipulative Praxis verhängte die AGCM eine Geldbuße in Höhe von sechs Millionen Euro.

Behinderung des Widerrufsrechts

Darüber hinaus soll eDreams laut Behörde das Kündigen des Abonnements erschwert haben, und das sowohl während der Testphase als auch während der Laufzeit des Abonnements. Dazu seien unter anderem Strategien im Kundenservice eingesetzt worden, um Kündigungen zu verhindern.

Für die Behinderung des Widerrufsrechts verhängte die AGCM eine weitere Strafe von drei Millionen Euro.

Die Reaktion

Ein Sprecher von eDreams ODIGEO erklärt in einer ersten Stellungnahme: „Wir weisen die Entscheidung der italienischen Wettbewerbsbehörde (AGCM) entschieden zurück, da sie unser aktuelles Angebot nicht widerspiegelt. Als globaler Pionier im Bereich der Reise-Abonnements wird Prime ständig weiterentwickelt, um auf die Bedürfnisse der Reisenden zu reagieren. Dieser Ansatz wird durch die Rekordwerte unserer italienischen Abonnenten bestätigt, die ihre Erfahrung deutlich besser bewerten als Nicht-Mitglieder. Entscheidend ist, dass Prime den Verbrauchern erhebliche Einsparungen ermöglicht. Dennoch stellt die Entscheidung gängige Einzelhandelsmechanismen falsch dar, die branchenübergreifend üblich sind. Wir sind von unserer Position überzeugt und werden gegen diese Entscheidung unverzüglich rechtliche Schritte vor Gericht einleiten, um unsere vollständige Einhaltung italienischen und EU-Rechts zu verteidigen. Unser Engagement für unsere Kunden und die Integrität unserer Dienstleistungen ist unerschütterlich, und wir werden unsere Position als vertrauenswürdiger Marktführer für unsere weltweit 7,7 Millionen Prime-Mitglieder weiter festigen.“

ber

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