Montag, 13. April 2026

„Vinitaly“– Italiens Weinwelt sucht nach neuen Märkten

Italiens größte Weinmesse „Vinitaly“ in Verona lädt dieser Tage zum Verkosten ein. Mit dabei sind auch über 80 Produzenten aus Südtirol. Die Branche bewegt sich jedoch derzeit in unruhigem Fahrwasser und das aus mehreren Gründen.

Auf der „Vinitaly“ sind 4.000 Aussteller vertreten, darunter auch zahlreiche aus Südtirol. - Foto: © südtirol wein / Thomas Monsorno


Wein ist einer der Exportschlager Italiens schlechthin. Er sei ein „Botschafter der Qualität Made in Italy“, betonte Außenminister Antonio Tajani bei der Eröffnung der 58. „Vinitaly“ in Verona. Die Branche sieht sich jedoch mit einer Reihe von Herausforderungen konfrontiert, entsprechend unsicher ist auch die Stimmung.

Das Exportvolumen nahm 2025 um 3,7 Prozent ab, bedingt durch mehrere Gründe. Da sind zum einen die US-Zölle unter Trump, die die Exporte in die Vereinigten Staaten im Vorjahr um neun Prozent einbrechen ließen. Entsprechend groß sind die Hoffnungen der Produzenten auf neue Handelsabkommen – etwa mit den Mercosur-Staaten oder Indien –, um die Absatzmärkte breiter aufzustellen. Großes Potenzial sieht das Osservatorio del vino vor allem in Japan, Südkorea, Vietnam, Thailand, Indonesien oder Peru.


Zum anderen bleibt auch der generelle Trend zum sinkenden Weinkonsum. Um diesem veränderten Konsumverhalten zu begegnen, setzt die „Vinitaly“ in diesem Jahr ein deutliches Zeichen: Mit dem Bereich “NoLo Experience„ widmet die Messe erstmals einen eigenen Pavillon ausschließlich alkoholfreien und alkoholreduzierten Weinen.

Über 80 Produzenten aus Südtirol

Für Südtirols Weinwelt ist die „Vinitaly“ seit Jahren die wichtigste Bühne: „Der italienische Markt ist neben dem Südtiroler der für uns mit Abstand wichtigste, deshalb ist der Auftritt auf der Vinitaly in unserem Jahresprogramm so zentral“, erklärt Eduard Bernhart, Direktor des Konsortiums Südtirol Wein. Über 80 Winzer präsentieren sich auf dem Gemeinschaftsstand von IDM.

Im Fokus stehen dabei zwei Themen: Zum einen das neue Lagenkonzept, das vor rund einem Jahr vorgestellt wurde. Insgesamt 86 historische Lagen in Südtirol wurden vom Landwirtschaftsministerium offiziell anerkannt und dürfen nun auf den Flaschenetiketten ausgewiesen werden.

Zum anderen rückt der Ausbau des önotouristischen Angebots in den Mittelpunkt. „Es geht uns in Zusammenarbeit mit IDM Südtirol darum, Einheimischen wie Gästen möglichst vielfältige Erlebnisse rund um den Wein bieten zu können und so Südtirol zur önotouristischen Destination zu entwickeln“, so Bernhart. Diese Art des Tourismus solle sich vor allem auf Nebensaisonen und die Peripherie konzentrieren.

„Angelo-Petti“-Preis an Graf von Pfeil

Zum Programm der „Vinitaly“ gehört auch die Verleihung des renommierten „Premio Angelo Betti“, mit dem bereits am Sonntag Franz Graf von Pfeil vom Ansitz Kränzelhof ausgezeichnet worden ist. Von Pfeil war einer der Wegbereiter der Vereinigung Freie Weinbauern Südtirol und auch deren Gründungspräsident.

Eduard Bernhart (Direktor Konsortium Südtirol Wein), Ulrich Höllrigl (Ressortdirektor für Landwirtschaft Tourismus), Andreas Kofler (Präsident Konsortium Südtirol Wein) mit dem Preisträger Franz Graf von Pfeil (Kränzelhof, 1999–2005), Magdalena Pratzner (Präsidentin Freie Weinbauern) sowie Josephus Mayr, Michael Goëss-Enzenberg und Hannes Baumgartner. - Foto: © südtirol wein / Thomas Monsorno



Die Weinleitmesse läuft noch bis einschließlich Mittwoch, 15. April.

ber

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