Montag, 16. März 2026

Wegen Diesel- und Benzinpreisen: „Wir geraten an unsere Grenzen“

Der starke Anstieg der Diesel- und Benzinpreise bereitet nicht nur den privaten Autofahrern, sondern auch dem Handwerk in Südtirol zunehmend Sorgen. Der Wirtschaftsverband Handwerk und Dienstleister (lvh) fordert dringend politische Maßnahmen, um Betriebe angesichts hoher Energie- und Steuerbelastungen zu entlasten.

Martin Haller (kleines Bild): „Es geraten viele Betriebe schnell an ihre wirtschaftlichen Grenzen.“

Der lvh zeigt sich angesichts des rasanten Anstiegs der Diesel- und Benzinpreise alarmiert. Die aktuellen Entwicklungen auf den Energiemärkten könnten für viele Handwerksbetriebe zu einer erheblichen wirtschaftlichen Belastung werden.

Nach aktuellen Erhebungen liegt der durchschnittliche Dieselpreis derzeit bei rund 1,97 Euro pro Liter. Damit ist der Preis seit Ende Februar um etwa 14 Prozent gestiegen.

Für das Handwerk wirkten sich steigende Treibstoffkosten unmittelbar auf die betriebliche Kostenstruktur aus. Transporte, Baustellenlogistik und zahlreiche Dienstleistungen sind auf Fahrzeuge angewiesen. Besonders betroffen sind daher Branchen wie Warentransport, Personentransport, Bauunternehmen, Installationsbetriebe oder Wartungsdienste.

Die aktuellen Spritpreise in Südtirol finden Sie HIER.

Hohe Steuerbelastung in Italien

Nach Einschätzung des lvh verschärft die steuerliche Situation in Italien die Lage zusätzlich. Eine Studie von Confartigianato zeigt, dass Italien innerhalb der Europäischen Union die höchste Verbrauchsteuer auf Diesel erhebt. Gleichzeitig liegt auch der Strompreisabstand zwischen Italien und dem EU-Durchschnitt – insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) – auf einem hohen Niveau.

Diese Kombination aus steigenden Marktpreisen und hoher steuerlicher Belastung sei besonders problematisch, betont lvh-Präsident Martin Haller. „Wenn zu den internationalen Preisschwankungen noch eine überdurchschnittliche Steuerlast hinzukommt, geraten viele Betriebe schnell an ihre wirtschaftlichen Grenzen“, warnt Haller.

Risiken für Investitionen und Planungssicherheit

Neben den unmittelbaren Mehrkosten sieht der Verband auch langfristige Auswirkungen. Steigende Energie- und Treibstoffpreise könnten Investitionen bremsen und die Planungssicherheit für kleine und mittlere Betriebe weiter erschweren.

Studien zufolge könnten die steigenden Energiepreise italienische Unternehmen bereits im laufenden Jahr mit zusätzlichen Kosten von rund zehn Milliarden Euro belasten.

Appell an die Regierung

Der lvh fordert daher ein rasches politisches Handeln. „Die Regierung muss die vorhandenen Spielräume nutzen, um die Auswirkungen der steigenden Energie- und Treibstoffpreise auf die Betriebe abzufedern“, betont lvh-Direktor Walter Pöhl.

Aus Sicht des Verbandes entwickeln sich Energiepreise zunehmend zu einem zentralen Wettbewerbsfaktor für kleine und mittlere Unternehmen. Ohne gezielte Gegenmaßnahmen drohe eine weitere Verschlechterung der Wettbewerbsfähigkeit – mit möglichen Folgen für Investitionen, Beschäftigung und die lokale Wirtschaft.

„Das Handwerk ist Rückgrat der lokalen Wirtschaft. Wenn Treibstoff- und Energiekosten dauerhaft aus dem Ruder laufen, trifft das nicht nur einzelne Branchen, sondern das gesamte wirtschaftliche Gefüge“, so Haller.

stol

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