Mittwoch, 10. September 2025

Wie wollen junge Leute heute arbeiten?

Die Diskussion um die Generation Z, also jene jungen Menschen, die zwischen 1995 und 2010 geboren wurden, sorgt in Südtirol immer wieder für Schlagzeilen. Häufig werden sie als faul, verwöhnt und arbeitsscheu abgestempelt – ein Bild, das Personalexpertin Dorotea Mader im Gespräch deutlich zurückweist. „Es ist komplett überzogen und fast schon anmaßend, wenn man einer ganzen Generation solche Eigenschaften zuschreibt. In jeder Generation gibt es Menschen, die sich stärker einbringen, und andere, die weniger engagiert sind“, sagt Mader.

„Wir haben es mit einem Arbeitnehmermarkt zu tun, nicht mehr mit einem Arbeitgebermarkt. Junge Menschen können sich ihre Jobs aussuchen.“ - Foto: © Shutterstock / shutterstock



Der entscheidende Unterschied liege heute vielmehr im Arbeitsmarkt. „Wir haben es mit einem Arbeitnehmermarkt zu tun, nicht mehr mit einem Arbeitgebermarkt. Junge Menschen können sich ihre Jobs aussuchen und ihre Wünsche einfordern – das hat nichts mit Faulheit zu tun“, betont die Expertin.

Durch den Fachkräftemangel gebe es ein großes Angebot an Arbeitsplätzen. Unternehmen müssten zunehmend mit weniger Personal mehr Arbeit bewältigen. Bleiben zusätzliche Kräfte aus, führe das zwangsläufig zu Überlastung. „Wenn Mitarbeiter dann sagen: Stopp, so geht das nicht, wird ihnen schnell vorgeworfen, faul zu sein“, erklärt Mader.

„Einfach nur Befehle befolgen, das funktioniert nicht mehr“

Hinzu komme, dass die Generation Z ein anderes Bewusstsein für mentale Gesundheit und Work-Life-Balance entwickelt habe. „Die jungen Leute wissen, dass dauerhafte Überlastung krank macht. Sie wollen nicht ständig am Limit arbeiten, sondern achten mehr auf ihr Wohlbefinden“, sagt Mader. Gleichzeitig habe sich auch die Arbeitsweise verändert: Junge Menschen wollten „smarter“ arbeiten, setzten mehr Technologie ein und hinterfragten den Sinn ihrer Aufgaben.

„Heute wechseln junge Leute schneller, wenn die Bedingungen nicht passen“

„Einfach nur Befehle befolgen, das funktioniert nicht mehr. Wer diese Generation führen will, muss erklären, warum eine Arbeit gemacht wird, und die jungen Leute ernst nehmen.“

Auch beim Thema Loyalität müsse umgedacht werden. Früher seien viele Arbeitnehmer lange in einem Betrieb geblieben, weil sie schlichtweg keine andere Wahl hatten. „Das war oft erzwungene Loyalität. Heute wechseln junge Leute schneller, wenn die Bedingungen nicht passen – und das können sie auch, weil es genügend Alternativen gibt“, sagt Mader.

Unternehmen, die junge Talente gewinnen wollen, müssten daher attraktive Rahmenbedingungen schaffen. Flexible Arbeitsmodelle wie Smart Working und eine ausgewogene Work-Life-Balance seien mittlerweile Grundvoraussetzungen. „Für viele ist es wichtiger, ernst genommen und wertgeschätzt zu werden, als ein höheres Gehalt zu bekommen.“

Mader warnt jedoch davor, den jungen Menschen einfach nur nachzugeben. Entscheidend sei, dass Arbeitgeber und Arbeitnehmer auf Augenhöhe verhandeln und Führungskräfte ihre Rolle neu denken. „Die Zukunft gehört den jungen Leuten. Wir älteren Generationen sind das Auslaufmodell. Wer die Fachkräfte von morgen halten will, muss lernen, sie zu führen, ihnen zuzuhören und ihre Bedürfnisse zu verstehen – sonst werden wir sie als Arbeitskräfte verlieren.“

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stol

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