Die Rahmenbedingungen für die Südtiroler Betriebe bleiben schwierig, wie aus dem Wifo-Bericht hervorgeht. Nach Einschätzung der befragten Unternehmer wird sich das Umsatzwachstum daher heuer verlangsamen und hauptsächlich vom lokalen Südtiroler Markt getragen werden.
Die Ungewissheit dürfte sich auch auf die Investitionstätigkeit niederschlagen: Trotz niedriger Zinsen wird sie weiter stagnieren, heißt es im Wifo-Bericht.
Zudem rechnen die Unternehmer damit, dass die Betriebskosten vor allem wegen der höheren Energiepreise heuer steigen werden.
Rentabilität bleibt erhalten
Nichtsdestotrotz bleibt die Stimmung gut: “Die Ertragslage dürfte für mehr als neun von zehn Unternehmen zufriedenstellend bleiben, was teilweise auf die gestiegenen Verkaufspreise zurückzuführen ist“, schreiben die Wifo-Experten.Vor allem die landwirtschaftlichen Genossenschaften, der Dienstleistungssektor, das Transportgewerbe und der Tourismus zeigen sich optimistisch, während sich das Geschäftsklima im Handel, im Baugewerbe und in Industrie und Handwerk leicht verschlechtert hat.
Positive Entwicklung am Arbeitsmarkt
Positiv entwickelt sich weiterhin der heimische Arbeitsmarkt: In den ersten fünf Monaten des Jahres 2025 gab es in Südtirol durchschnittlich über 227.000 unselbständig Beschäftigte, was einem Anstieg von 3,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht.Wifo bestätigt Wachstumsprognose
Das Fazit des Wifo: „Das Konjunkturbild Südtirols für das laufende Jahr ist nach wie vor ungewiss. Der positiven Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt, die die Binnennachfrage stützt, steht eine weiterhin schwache internationale Nachfrage gegenüber, bedingt durch die langsame Erholung der wichtigsten Handelspartner Südtirols. Die Ungewissheit über die Entwicklung der geopolitischen Krisen sowie über die Auswirkungen der amerikanischen Zölle auf die Wertschöpfungsketten dämpft die Investitionen.“Unterm Strich geht das Wifo weiterhin davon aus, dass das Bruttoinlandsprodukt in Südtirol heuer um 0,9 Prozent zulegen wird und bestätigt somit seine Prognose vom Frühjahr.
Damit dürfte Südtirols Wirtschaft stärker wachsen als jene Italiens (0,6 Prozent), Deutschlands (plus 0,4 Prozent) und Österreichs, wo man das dritte Jahr in Folge mit einer Rezession rechnet (minus 0,3 Prozent).

