Faschismus
Bürgermeister Ianeselli: „Duce als Ehrenbürger ist Schande für Stadt“
„Normalerweise machen wir italienweit Schlagzeilen als eine der lebenswertesten Städte im Land. Nun berichten deutsche Medien, dass wir Benito Mussolini die Ehrenbürgerschaft nicht aberkannt haben“, sagt Trients Bürgermeister Franco Ianeselli. „Das ist eine Schande.“ Über den Antrag auf Aberkennung hat der Gemeinderat im Rahmen einer geheimen Abstimmung am Dienstag entschieden.
Steger zur Mussolini-Ehrenbürgerschaft: „Ein politisches Armutszeugnis“
Die jüngste Abstimmung im Trientner Gemeinderat über die Aberkennung der Ehrenbürgerschaft Benito Mussolinis ist für SVP-Obmann Dieter Steger ein alarmierendes Signal. Dass es nicht gelungen ist, sich in dieser Frage klar und unmissverständlich zu positionieren, bezeichnet Steger als „ein politisches Armutszeugnis in jeglicher Hinsicht“.
„Galateos Äußerungen sind unangebracht“
Scharfe Worte von SVP-Senatorin und Präsidentin der Autonomiegruppe Julia Unterberger: In einer Stellungnahme übt sie deutliche Kritik an den Aussagen von Landeshauptmannstellvertreter Marco Galateo zur sogenannten „Remigration“. Es gehe dabei nicht um Migrationssteuerung, sondern um gefährliche Konzepte der Ausgrenzung – ein Thema, das in Südtirols Geschichte besonders sensibel sei.
„Remigrations“-Demo in Bozen: „Kein Platz für rechtsextreme Ideologien“
Für diesen Samstag ist in Bozen eine Demonstration zur sogenannten „Remigration und Rückeroberung“ angekündigt. Die Soziale Mitte der Südtiroler Volkspartei (SVP) äußert dazu deutliche Kritik und spricht von einem Widerspruch zu grundlegenden demokratischen Werten. Zugleich signalisiert sie Unterstützung für eine friedliche Gegenkundgebung.
„Südtirol darf nicht wieder zur Bühne faschistischer Ideologien werden“
In einer Stellungnahme verweist Senatorin Julia Unterberger (SVP) auf die Verurteilung von zwölf Aktivisten und sieht den faschistischen Charakter von CasaPound gerichtlich bestätigt. Innenminister Matteo Piantedosi müsse handeln – und die für den 28. Februar angekündigte Kundgebung in Bozen verbieten. „Südtirol darf nicht erneut zur Bühne neofaschistischer Ideologien werden“, so Unterberger.
Sind wir unbelehrbar? Warum extremistische Ideen Anklang finden
Internationale Wahlerfolge rechtspopulistischer Parteien, Linksextreme, die in Deutschland bei einem Stromnetz-Anschlag für den größten Stromausfall seit 1945 gesorgt haben sollen und Neofaschisten, die in Bozen Ende Februar für „Remigration“ demonstrieren wollen – unsere Gesellschaft scheint zunehmend nach außen zu rücken. Lernen wir nicht aus der Vergangenheit, oder warum finden extremistische Ideologien vermehrt Anklang? Das haben wir den Sozialpädagogen und Politikwissenschaftler Thomas Kobler gefragt.
„Keine Faschisten auf den Plätzen von Bozen“
Dem rechtsextremen Netzwerk, das zuletzt einen Gesetzentwurf zur sogenannten „Remigration“ präsentieren wollte, ist erst kürzlich der Zugang zur Abgeordnetenkammer in Rom verwehrt worden. Für den 28. Februar hat dasselbe Netzwerk nun einen Aufmarsch durch die Straßen von Bozen angekündigt.
Als 124 Gemeinden in Südtirol plötzlich verschwanden
Insgesamt 233 eigenständige Gemeinden gab es in Südtirol vor etwa 100 Jahren, als im Zuge der faschistischen Verwaltungszentralisierung ab 1925 die Zerschlagung der Gemeindeautonomie begann. Zeitgleich wurde per Gesetz die Anzahl der Gemeinden reduziert – kleinere Ortschaften wurden größeren angegliedert. Die Gründe dafür erläutert der Historiker Walter Landi im Interview.
Italianisierung: Als aus den Mairs plötzlich Herr und Frau „Massari“ wurden
13.500 Südtiroler wurden zur Namensänderung gezwungen: Aus Verdorfer wird „Ferdorfi“, aus Kaserer „Casari“ und aus Mair, dem geläufigsten Familiennamen Südtirols, wird „Massari“: Heute vor genau 100 Jahren wurde das königliche Dekret erlassen, das die Italianisierung Tausender Südtiroler Familiennamen festgelegt hatte. „Es waren nicht Sinn oder Herkunft des Namens entscheidend, sondern der italienische Klang“, fasst Historiker Norbert Sparer zusammen.
Unterberger: „Diese Ehrung ist eine Beleidigung für Südtirol“
Scharfe Kritik kommt von der Südtiroler Senatorin Julia Unterberger (SVP) an einer Initiative der italienischen Regierung: Das Ministerratspräsidium hat eine Ausschreibung im Umfang von 1,4 Millionen Euro veröffentlicht, um mehrere sogenannte „hervorragende Italiener“ zu würdigen – darunter auch Giovanni Gentile, Bildungsminister während der faschistischen Diktatur.
Faschistische Gesänge in FdI-Zentrale: Video aus Parma löst Empörung aus
Ein Video, das Mitglieder der Jugendorganisation von Fratelli d’Italia beim Singen faschistischer Lieder und Rufen an „Duce“ Mussolini zeigt, sorgt in Italien für Empörung und Kritik. Die Parteijugend „Gioventù Nazionale“ in Parma wurde unter kommissarische Verwaltung gestellt.
Unfassbar: Leiferer Gemeinderat postet Pizza mit Mussolini-Gesicht
Ein Pizzafoto mit dem Konterfei Benito Mussolinis sorgt für Aufregung. Der 73-jährige Bruno Borin, Gemeinderat in Leifers und langjähriger Protagonist der rechten Szene in Südtirol, hatte das Bild auf Facebook geteilt – und wieder gelöscht. Doch die Empörung bleibt.
Rechtsextreme Online-Community im Visier: Durchsuchungen auch in Arco
Eine groß angelegte Ermittlung der Staatsanwaltschaft von Brescia mit der Spezialeinheit der Carabinieri ROS führte heute zur Festnahme eines 21-Jährigen und zu Durchsuchungen in ganz Italien – auch in Arco unweit vom Gardasee. Dem Hauptverdächtigen wird unter anderem Anstiftung zum Begehen von Straftaten zur Last gelegt. Bei der Online-Community mit Mitgliedern in ganz Italien soll es sich um eine rechtsextreme Gruppe handeln.
KZ in Blumau: „Opfer niemals vergessen“
85 Jahre ist es her, dass der Faschistenführer Benito Mussolini auf dem Gelände der alten Bierbrauerei in Blumau das Konzentrationslager „Campo di Concentramento Prato d’Isarco“ errichten ließ. An die Opfer erinnert ein Gedenkstein in der Breienbachstraße, wo am morgigen Freitag eine Gedenkfeier stattfindet.
Lost and Dark Places Südtirol: Das Werk Landro
Zerfallene Wände und geistartige Bauten: Die Ruinen des Werks Landro am Fuße der Dolomiten erzählen von einer längst vergangen Zeit. Einst strategisches Bollwerk, heute ein verwunschener Lost Place. Dr. Reinfried Vergeiner enthüllt in einem Interview Geheimnisse und skurrile Geschichten dieses einzigartigen Relikts.
Faschismus in unserer Zeit
Keiner weiß, wie die US-Präsidentschaftswahlen ausgehen werden. Eine Möglichkeit ist, dass die Trump-Blase endlich platzt und eine Rückkehr zur Normalität in Amerika und der ganzen Welt ermöglicht. Es ist aber auch möglich, dass die USA auf einen radikalen militarisierten Autoritarismus zusteuern, der eine neue Norm für Despoten in anderen Ländern schaffen würde.
Mit 105 Jahren das Tiroler Verdienstkreuz: Wer ist diese besondere Frau?
Sie wird vermutlich der älteste Mensch sein, der jemals mit dem Verdienstkreuz des Landes Tirol ausgezeichnet wurde. Mit 105 Jahren nahm Hermine Mayr Witwe Orian aus Schenna diese hohe Auszeichnung am 15. August in der Hofburg in Innsbruck persönlich entgegen.
Faschisten-Briefmarke: Was macht die Landesregierung?
Der Sturm der Empörung über die Sonderbriefmarke für den faschistischen Unterrichtsminister Gentile weitet sich aus. Landeshauptmann Arno Kompatscher spricht von einem „inakzeptablen“ Vorfall und fordert Aufklärung in Rom. Folgen für die Landesregierung schließt Kompatscher aber aus.
Freiheitlichen: Briefmarke zurückziehen und Geschichte endlich aufarbeiten
Wie bekannt hat die italienische Post erneut eine Briefmarke mit einem Portrait von Giovanni Gentile in Umlauf gebracht. Dies ist Freiheitlichen Obmann Roland Stauder ein erneuter Beweis dafür, dass Italien seine dunkelsten Zeiten der Geschichte nach wie vor nicht aufgearbeitet habe und einige Ewiggestrige immer wieder ihr Unwesen trieben.
Briefmarke für Faschisten – Steger: „Will wissen, wer hier verantwortlich ist“
Wie bekannt hat Poste Italiane eine Briefmarke herausgebracht, die ein Portrait von Giovanni Gentile abbildet. SVP-Obmann Dieter Steger findet klare Worte: „Grundsätzlich ist die Aufarbeitung in Italien, was den Faschismus anbelangt mehr als dürftig. Immer noch wird diesbezüglich relativiert und idealisiert. Diese Briefmarke ist dabei ein erneuter trauriger Höhepunkt.“
Sonderbriefmarke für Faschisten: „Unglaublich!“
Der faschistische Unterrichtsminister Giovanni Gentile, der den muttersprachlichen Unterricht 1923 für viele Jahre aus den Südtiroler Schulen verbannte, wird von der italienischen Post mit einer Sonderbriefmarke geehrt – als „bedeutender Philosoph des 20. Jahrhunderts“. Bildungslandesrat Philipp Achammer fragt: „Geht’s noch? Immer noch nichts aus der Geschichte gelernt? Unglaublich!“
Sonderausstellung zu Katakombenschule im Engelsburg in Neustift
Am morgigen Samstag wird die Sonderausstellung „Die Katakombenschule – Erinnerung und Vermächtnis“ in der Engelsburg in Neustift eröffnet. Die Ausstellung markiert den 100. Jahrestag des Inkrafttretens des „Lex Gentile“-Dekrets im Oktober 1923, welches das Verbot der deutschen Schule in Südtirol einleitete. Organisiert wird die Ausstellung vom Schützenbezirk Brixen in Zusammenarbeit mit dem Südtiroler Schützenbund.
Blick in die geheime Welt der Bunker in Südtirol
Nicht weniger als 1000 Bunker wollte Mussolini ab 1938 für seinen „Alpenwall“ in Südtirol bauen, unter strengster Geheimhaltung. Fertiggestellt wurden schlussendlich 306 Betonfestungen. Ein Forschungsprojekt fördert viel Interessantes über Südtirols Unterwelt zutage, in der Franzensfeste ist das Ergebnis zu sehen.
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