Flüchtlinge
Kompatscher drängt auf Umverteilung von Asylbewerbern
Deutschland und Österreich schieben Asylwerber ab, die dann in Bozen stranden. „Sie können aber nicht alle bei uns bleiben“, stellt Landeshauptmann Kompatscher klar. Über eine Umverteilung werde er Gespräche mit dem Innenminister führen. SVP-Senatorin Julia Unterberger will das Thema heute im Senat aufs Tapet bringen.
„Wohnungen sind für Flüchtlinge nicht gratis“
Auf den Leim gegangen? 13.000 Bürger haben in einer selbst gefertigten Umfrage der Süd-Tiroler Freiheit Nein zu „Gratis-Wohnungen“ für Flüchtlinge gesagt, doch gratis kriegen sie die Wohnungen nicht. Doch Platz für Populismus entsteht auch, weil Landesrätin Rosmarie Pamer mit Zahlen hinter dem Berg hält. Sie weiß selbst noch nicht, wie hoch der Beitrag der 94 Flüchtlingsfamilien, die auf 94 Gemeinden verteilt werden sollen, ausfällt.
Kurdin im Rollstuhl mit vier Kindern in Bozen gestrandet: „Absolut untragbar“
Österreich hat mit April sein Asylrecht verschärft, Deutschland nutzt Verfahren konsequent. Also wird abgeschoben: Zu Ostern eine Kurdin (im Rollstuhl) mit vier Kindern, die nach einem Stopp im Spital in einem Bozner Hotel gestrandet sind – als eine von fünf Familien allein letzte Woche. Für heute ist ein Sicherheitsgipfel im Regierungskommissariat einberufen.
Streit über Verteilung von Flüchtlingen: LH Kompatscher platzt beinahe der Kragen
Hitzige Debatte über die Aufnahme der knapp 100 Flüchtlingsfamilien in Südtirols Gemeinden: Als gestern im Landtag ein entsprechender Beschlussantrag der Liste JWA diskutiert wurde, platzte Landeshauptmann Arno Kompatscher beinahe der Kragen.
ABSTIMMUNG: Wer sollte Flüchtlinge aufnehmen in Südtirol?
Die Diskussion um die Aufnahme von Flüchtlingen in Südtirol ist in vollem Gange: Bozen will das nicht alleine stemmen, aber auch die anderen Gemeinden scheinen nicht alle glücklich. Und: Landesrätin Ulli Mair stellt klar: „WOBI-Wohnungen stehen für die geplante Verteilung von Flüchtlingsfamilien nicht zur Verfügung“. Wer sollte Flüchtlinge aufnehmen? Was sagen Sie?
Mair: „Diese Wohnungen stehen für Flüchtlingsfamilien nicht zur Verfügung“
Im Zuge der Diskussion über die Unterbringung von Flüchtlingsfamilien, die von Bozen auf das Land verteilt werden sollen, wurde das Wohnbauinstitut (WOBI) ins Gespräch gebracht. Die für das WOBI zuständige Landesrätin Ulli Mair stellt klar: „WOBI-Wohnungen stehen für die geplante Verteilung von Flüchtlingsfamilien nicht zur Verfügung“.
Flüchtlingsfamilien: „Bozen wird nicht länger zuschauen“
Von einem „Wendepunkt für Bozen“ sprach Bozens Sozialstadträtin Patrizia Brillo Mitte Jänner, als sie die Verteilung von rund 100 Flüchtlingsfamilien, die seit Jahren in Bozen untergebracht sind, auf Südtiroler Gemeinden bekanntgab. Jetzt, mehr als einen Monat später, gibt es Stunk. Denn viele Gemeinden wehren sich, was Bozens Vizebürgermeister Stephan Konder sehr verärgert.
Flüchtlingsfamilien: „Bozen schreit und alle sollen springen“
94 Gemeinden müssen ab Schulschluss eine Bozner Flüchtlingsfamilie aufnehmen, doch die Bürgermeister melden Bedenken an, jetzt „alle springen zu müssen, weil Bozen schreit“. Man finde nicht einmal Wohnungen für Einheimische. Private böten „bestenfalls Spelunken“ an.
US-Gericht verbietet Festnahme anerkannter Flüchtlinge in Minnesota
Ein US-Bundesrichter in Minnesota untersagt Einsatzkräften des Bundes bei ihrem verschärften Vorgehen gegen Migranten vorerst, bereits anerkannte Flüchtlinge festzunehmen. Diejenigen, die bereits in Haft seien, müssten sofort freigelassen werden, erklärte Richter John Tunheim in einer einstweiligen Verfügung.
EU will Asylbewerber leichter in Drittstaaten abschieben
Die EU schafft die Grundlage für eine deutlich verschärfte Abschiebepolitik. Deutschland und andere EU-Staaten sollen Schutzsuchende künftig auch in Länder bringen dürfen, zu denen die Betroffenen keine Verbindung haben, wie aus einer Einigung von Vertretern der Mitgliedsländer und des Europaparlaments hervorgeht.
Migration: Innenminister Piantedosi polemisiert gegen NGOs
Die Rettung von Migranten auf See wird vom italienischen Staat koordiniert – nicht von den Hilfsorganisationen. Dies erklärte Innenminister Matteo Piantedosi auf X. „Es ist der Staat, der gegen Schlepper vorgeht. Der Staat – und nicht die NGOs – koordiniert und führt die Rettungseinsätze auf See durch“, schrieb er.
NGO: Kaum noch Lebensmittel für Flüchtlinge in Uganda
Etwa 35 Prozent der Menschen mit Behinderungen bekommen laut Umfragen in Flüchtlingslagern der internationalen Hilfsorganisation Handicap International (HI) in Uganda keine Nahrungsmittelhilfe mehr. Die Schutzsuchenden sollen meist aus dem Südsudan, der Demokratischen Republik Kongo und dem Sudan stammen.
Weltflüchtlingstag: „Jeder hat das Recht auf ein würdevolles Leben“
Anlässlich des Weltflüchtlingstages am 20. Juni erinnert Soziallandesrätin Rosmarie Pamer daran, dass kein Mensch freiwillig flieht – Hilfe jedoch eine bewusste Entscheidung sei. Südtirol unterstützt nicht nur vor Ort ankommende Geflüchtete, sondern investiert auch in Entwicklungszusammenarbeit, etwa in Afrika. „Jeder Mensch hat ein Recht auf ein würdiges Leben“, so Pamer.
Weltweit 122 Millionen Vertriebene – Fast doppelt so viele wie vor zehn Jahren
Die Zahl der gewaltsam vertriebenen Menschen ist im vergangenen Jahr erneut gestiegen. Ende April waren weltweit mehr als 122 Millionen Menschen vor Krieg und Verfolgung geflohen, gut zwei Millionen mehr als im Jahr davor. Das geht aus dem am Donnerstag vom UNO-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) veröffentlichten „Global Trends“-Bericht hervor. Die meisten Menschen flohen im Sudan, Myanmar und der Ukraine. Gleichzeitig befindet sich das UNHCR in einer Finanzierungskrise.
Tragödie: Zwei Kleinkinder und ein Mann verdursten auf Schlauchboot
Ein Rettungsschiff der Hilfsorganisation Resqship hat auf der italienischen Mittelmeerinsel Lampedusa mehr als 50 aus Seenot gerettete Migranten an Land gebracht. An Bord befanden sich aber auch drei Tote – zwei Kleinkinder und ein junger Mann –, die die gefährliche Überfahrt aus Libyen nicht überlebten.
Zwischen Traum und Realität: „No. 74 NO NAME“ feiert Premiere in Bozen
Der neue Kurzfilm von Davide Grotta feiert seine Premiere beim Bolzano Film Festival Bozen. „No. 74 NO NAME“ führt das Publikum auf eine bewegende Reise zwischen den Bergen des Obervinschgaus und dem Tyrrhenischen Meer. Im Mittelpunkt steht Mane, der nach einem rätselhaften Anruf seine Familie verlässt, um sich seiner Vergangenheit zu stellen. Ein Film über Identität, Verlust und die namenlosen Toten des Mittelmeer.
Italiens neuer Versuch, Migranten nach Albanien zu bringen
Italien startet einen neuen Versuch, Migranten in die Flüchtlingszentren in Albanien, die in den vergangenen Wochen eröffnet wurden, zu bringen. In den vergangenen 10 Tagen hat schlechtes Wetter die Migrantenanlandungen in Italien gebremst. So trafen lediglich 300 Menschen in Süditalien ein.
Ihre Väter sind an der Front gefallen – 10 Halbwaisen auf Erholung in Obermais
Schöne Geste der Staatspolizei: Jüngst konnten im Stifterhof in Obermais – Urlaubsdomizil der Staatspolizei – 10 ukrainische Kinder mit ihren Müttern eine Woche Ferien fernab des Krieges in ihrer Heimat verbringen. Die Kinder zwischen 7 und 12 Jahre alt sind Halbwaisen, ihre Väter – ukrainische Polizisten – sind an der Front im Donbass getötet worden.
Einbruchsversuch: Beim Gassigehen „Fassadenkletterer“ beobachtet
Einbruchsversuch in Bozen: 2 Brüder aus Syrien wurden in der Nacht auf Mittwoch von Beamten der Bozner Quästur verhaftet. Sie sollen versucht haben, in eine Wohnung im 2. Stock im Stadtviertel Europa-Neustift einzudringen. Nun hat Quästor Paolo Sartori Maßnahmen ergriffen, um die Abschiebung der beiden zu ermöglichen.
Flüchtlinge – Wie sie in Italien ausgenutzt werden
Das italienische Dilemma der Flüchtlinge scheint kein Ende zu finden: Die Regierung Meloni feiert den Rückgang der Einwandererzahlen als Erfolg, während die Bekämpfung der illegalen Beschäftigung sich aber in Grenzen hält und die Ausbeutung der Migranten vor allem in der Landwirtschaft floriert. Von Massimo Marano
El Hierro statt Lampedusa? Die Routen von Bootsflüchtlingen ändern sich
Die lebensgefährliche Flucht mit oft kaum seetüchtigen Booten aus Afrika nach Europa gehört seit vielen Jahren zu den großen Problemen der internationalen Politik. 2023 machten sich nach Zahlen der europäischen Grenzschutzbehörde Frontex mehr als 275.000 Menschen so auf den Weg in eine erhoffte bessere Zukunft. In diesen Wochen, wenn der Winter endgültig vorbei und die See in der Regel wieder ruhiger ist, steigt die Zahl der Boote erfahrungsgemäß an.
Renzo Caramaschi: Womit er den Menschen in Erinnerung bleiben möchte
Mit 78 Jahren und Covid-Infektion nicht im Bett, sondern bis 4 Uhr in der Früh online bei der Gemeinderatssitzung: Wer tut sich so was an? Trotz dieser Härten des Amtes würde Bozens Bürgermeister Renzo Caramaschi im Jahr 2025 eine dritte Amtszeit anhängen, wenn er denn dürfte. Warum?
Migrationspolitik aus dem Ruder gelaufen
Kriegerische Auseinandersetzungen aus aller Welt, sei es Eritrea, die Ukraine oder Nahost, finden ihren Widerhall auf Deutschlands Straßen. Seit es zu Demonstrationen tausender Palästinenser zugunsten der Hamas gekommen ist, dürfte dem letzten klar geworden sein, dass man hier die Folgen einer völlig aus dem Ruder gelaufenen Migrationspolitik erlebt. Von Florian Stumfall
Welschnofen: Trotz Mamas Hilfe ist´s aussichtslos
Sie ist eine von mehreren Freiwilligen mit Referentin Tina Dejori, die sich seit Jahren dafür einsetzen, dass Familien aus dem Iran, Irak, Tunesien, Nigeria und Pakistan, die vom Roten Kreuz dem Flüchtlingsheim – dem Ex-Hotel „Panorama“ – zugewiesen werden, sich in die Dorfgemeinschaft integrieren.
Mehr laden

