Löhne
„So wird Südtirol ausgehungert“
Das Problem ist bekannt: Zunehmend suchen junge Südtiroler im Ausland ihr berufliches Glück – auch weil die Löhne dort oft höher sind. Wie sehr sich die Gehälter aber tatsächlich unterscheiden, belegt nun eine neue Studie: Berufseinsteiger verdienen in Italien im Schnitt nur die Hälfte oder sogar nur ein Drittel dessen, was ihre Kollegen im Ausland bekommen. Der Autonome Südtiroler Gewerkschaftsbund (ASGB) warnt: „Das ist eine Einladung zum Weggehen.“
Immer weniger bekommen Mietgeld
Innerhalb von drei Jahren sind die Landeszuschüsse für Mietgeld und Wohnnebenkosten von fast 41 Millionen Euro auf knapp 28,5 Millionen Euro im Jahr gesunken. „Wohl kaum, weil die Mieten günstiger oder die Südtiroler reicher geworden sind, sondern weil die Zugangsschwellen für das Mietgeld nicht mehr passen“, erklärt Team-K-Abgeordnete Maria Elisabeth Rieder, die die Daten angefragt hatte.
„Neues Jahr, alte Probleme“: Der Fokus der Gewerkschaft im Jahr 2026
Vertragsverhandlungen, Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz, Einsatz für eine sozial gerechte Politik und eine zukunftsgerichtete Wirtschaftspolitik: Die gewerkschaftlichen Schwerpunkte für 2026 beschreiben die Landessekretäre der Gewerkschaft SGBCISL-Landessekretäre kürzlich als Probleme, die größtenteils noch nicht gelöst sind. Nach dem Motto „Neues Jahr, alte Probleme“.
Zwei Landeshaushalte, zwei Welten: Südtirol und Trentino im Vergleich
Schönes Land, fleißige Leute: Im Südtiroler wie im Trentiner Landtag werden derzeit die Landeshaushalte diskutiert. Obwohl beide autonomen Provinzen unter nahezu denselben Bedingungen arbeiten, klaffen ihre Landeshaushalte überraschend weit auseinander. Wir haben Südtirol und Trentino miteinander verglichen – und dabei frappierende Unterschiede festgestellt.
Eppacher: „Wir werden vorerst keine Schulausflüge organisieren“
Die Landesregierung hat für die kommenden drei Jahre insgesamt 330 Millionen Euro vorgesehen, um die Gehälter der Südtiroler Lehrpersonen aufzubessern. Trotzdem bleiben diese skeptisch: „Wir werden vorerst keine freiwilligen Zusatztätigkeiten wie z.B. Schulausflüge planen.“ Ein Gespräch mit der Grundschullehrerin Bernadette Eppacher.
Zulagen, höhere Welfare-Leistungen: Vereinbarung mit SASA unterzeichnet
Entlohnung und Welfare-Leistungen werden erhöht: Das gilt für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Inhouse-Unternehmens SASA, das die Buslinien in Bozen, Meran, Leifers und im Überlandverkehr betreibt. Dank der Zusammenarbeit zwischen den Vertretern des Landes Südtirol, der SASA AG und der Gewerkschaften wurde am Donnerstag die Unterzeichnung einer Vereinbarung möglich, die die Entlohnung des Personals des öffentlichen Nahverkehrs weiter verbessert.
„Die Heimkehr nach dem Studium darf keine Frage des Bankkontos sein“
Hohe Wohnkosten, niedrige Löhne, fehlender Mut zur Veränderung: Alexander von Walther, Vorsitzender der Südtiroler HochschülerInnenschaft, sieht die Zukunftsperspektiven vieler junger Menschen in Südtirol kritisch. Im Interview mit STOL spricht er aber auch über Chancen und was jetzt dringend getan werden muss, damit Südtirol für junge Fachkräfte ein attraktiver Ort zum Leben und Arbeiten wird.
Löhne in Südtirol – Tschenett: „So ist Armut vorprogrammiert“
Um 8,5 Prozent ist das reale Jahresbruttoeinkommen der Beschäftigten in der Privatwirtschaft in Südtirol in den letzten zehn Jahren gesunken: Das geht aus dem gestern veröffentlichten ASTAT-Bericht hervor. Zwar dürfte sich die Lage mit den seit 2023 unterzeichneten Kollektiv- und Zusatzverträge auf gesamtstaatlicher und Landesebene etwas gebessert haben. „Aber wir haben jetzt schon Niedrigrenten. Bei niedrigen Löhnen werden sie noch niedriger ausfallen – dann ist die Armut vorprogrammiert“, warnt ASGB-Chef Tony Tschenett.
ABSTIMMUNG: Sind Sie zufrieden mit ihrem Gehalt?
In Südtirols Privatwirtschaft ist die Zahl der abhängig Beschäftigten 2023 gestiegen – doch real verdienten die Menschen deutlich weniger als zehn Jahre davor. Laut am Dienstag veröffentlichten Zahlen des Astat waren 2023 insgesamt 219.578 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gemeldet (plus 3,0 Prozent gegenüber 2022).
Setzen Sie sich nur für die öffentlichen Angestellten ein?
BOZEN. Seit Monaten wird im öffentlichen Dienst in Südtirol hart um Lohnerhöhungen gerungen. In der Privatwirtschaft wächst darüber die Kritik: Viele Beschäftigte vermissen vergleichbaren Einsatz für ihre Anliegen. Was ASGB-Chef Tony Tschenett zu diesem Vorwurf sagt.
Südtirol redet über Spitzengehälter – und vergisst die Mitte
„Es ist der Durchschnittssüdtiroler, der endlich in die Lage versetzt werden muss, sich die hohen Lebenshaltungskosten in Südtirol leisten zu können. Ohne dass er jeden 20. im Monat schon nicht mehr weiß, wie über die Runden kommen.“ Ein Kommentar von STOL-Ressortleiter Arnold Sorg.
Privatsektor: Schere zwischen Löhnen und Kosten wird größer
Wohnen, Einkaufen, Leben: Alles wird teurer, nur die Löhne halten kaum Schritt – besonders im Privatsektor. Eine Analyse des Arbeitsförderungsinstituts (Afi) zeigt, wie groß die Schere zwischen Einkommen und Lebenshaltungskosten geworden ist.
Armut trotz Arbeit: „Das Problem verschärft sich mit jedem Tag“
Bei der Gewerkschaft AGO „hat man genug von Löhnen, die real immer weiter sinken“. Mit einem eigenen Aufkleber „Gegen Armut trotz Arbeit“ will man darauf aufmerksam machen. Denn, davon ist Landessekretär Stefano Boragine überzeugt, nur mit angemessenen Löhnen lässt sich die Qualität im öffentlichen Dienst erhalten.
Wie eine „stille Steuer“ Südtirols Mittelschicht trifft
Viele Arbeitnehmer in Südtirol – und in ganz Italien – erleben es derzeit ganz konkret: Gehaltserhöhungen kommen kaum am Bankkonto an. Trotz politischer Rhetorik über Steuererleichterungen ist das Nettoeinkommen in vielen Fällen kaum gestiegen – besonders betroffen ist die Mittelschicht.
„Wir müssen die Löhne erhöhen, sonst steuern wir auf Altersarmut zu“
Tony Tschenett, Vorsitzender des ASGB, warnt am Tag der Arbeit eindringlich vor den sozialen Folgen stagnierender Einkommen in Südtirol. Im Gespräch fordert er deutliche Lohnerhöhungen, stärkere Unterstützung im Wohnbau und ein Ende jahrelanger Verzögerungen bei Kollektivverträgen.
Mutter: „Das Darlehen für unsere Wohnung zerreißt uns monatlich“
„Man lebt schon lange nicht mehr gut in Südtirol“, sagt eine zweifache Mutter. „Wenn ich vom Wohlstandsland höre, muss ich lachen. Welcher Wohlstand? Welches Paradies?“ Ihre finanzielle Belastung ist groß. „Wir sind schon froh, wenn wir am Ende des Monats das hohe Darlehen für unsere Wohnung bezahlen können.“
Landwirt: „Ein Abendessen mit meiner Frau? Das wäre Luxus!“
Wie viel Arbeit braucht es, um in Südtirol bis ans Monatsende zu kommen? Ein Landwirt, der gemeinsam mit seiner Frau seine 4-köpfige Familie versorgt und einen Hof von Grund auf neu aufgebaut hat, kennt die traurige Antwort: „Um es kurz und knapp zu sagen: Man muss in Südtirol mehreren Arbeiten nachgehen, um über die Runden zu kommen.“
Mutter berichtet: „Eigentlich müsste ich einen 2. und 3. Job übernehmen“
Die 31-jährige S.Z. aus Deutschnofen ist frustriert über die Herausforderungen, die das Alleinleben als Mutter in Südtirol mit sich bringt. Trotz eines Vollzeitjobs, in dem sie Überstunden leistet und auch am Wochenende arbeitet, reicht ihr Einkommen kaum zum Leben.
Öffentliche Verwaltung: „Gehälter an Realität anpassen“
Die öffentliche Verwaltung muss modernisiert und flexibilisiert werden, die Gehälter unbedingt der Realität angepasst werden: Das fordert Angelika Hofer, Generalsekretärin des öffentlichen Dienstes im Agb/CGIL, in einer Aussendung an die Medien.
Sozialpartner uneins: „Irap-Senkung zum Null-Tarif“?
Betriebe, die ihren Mitarbeitern höhere Löhne zahlen, sollen mit einer Steuersenkung – konkret: weniger Irap – belohnt werden. Das wird in Südtirol schon seit Jahren mehr oder weniger konkret debattiert. Nun haben UVS, HGV und ASGB einen Vorschlag dazu vorgelegt, doch die anderen Wirtschaftsverbände und Gewerkschaften tragen ihn nicht mit. Endlich eine praktikable Lösung oder doch nur Augenauswischerei?
Wann gibt es mehr Geld für Beschäftigte im Handel?
Zur Freude der über 40.000 Beschäftigten im Tourismus, konnte vergangene Woche der neue Landeszusatzvertrag fürs Gastgewerbe unter Dach und Fach gebracht werden. Anders sieht es derzeit noch im Handel aus: Dort liegen die Verhandlungen seit Monaten auf Eis.
Forderung bei Tarifverhandlungen: „Grundgehalt muss endlich steigen“
Die Gewerkschaften im öffentlichen Dienst heizen Finanzlandesrat Kompatscher ein: 250 Mio. Euro für alle Tarifverträge der kommenden 3 Jahre reichen nicht. Kompatscher verspricht Nachbesserungen, doch damit sind die Genossen nicht zufrieden. „Mit Einmal-Zahlungen muss Schluss sein. Das Gehalt muss steigen“, fordern Tony Tschenett (ASGB) und Ulli Bauhofer (CGIL/AGB).
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