Nahost
Israel und Hisbollah greifen sich weiter gegenseitig an
Kurz nach den ersten direkten Gesprächen zwischen Israel und dem Libanon seit Jahrzehnten gehen die Angriffe zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah-Miliz weiter. Die Nachrichtenagentur NNA meldete Tote bei israelischen Luftangriffen in der Nacht und Mittwochfrüh im Süden des Landes. Israels Armee äußerte sich auf Anfrage zunächst nicht dazu. Das israelische Militär teilte unterdessen mit, dass auch die „gezielten Bodeneinsätze“ im Süden des Nachbarlandes andauerten.
Historisches Treffen zwischen Israel und Libanon
Im US-Außenministerium haben Gespräche zwischen Israel und dem Libanon begonnen - die ersten direkten Gespräche seit 1993. Die libanesische Regierung will nach israelischen Angaben nicht länger von der Hisbollah „besetzt“ sein. Dies habe die Führung in Beirut in den von den USA vermittelten Gesprächen mit Israel deutlich gemacht, sagte der israelische Botschafter in den USA, Yechiel Leiter, vor Journalisten. Zudem gebe es Gespräche über eine Vision für eine klare Grenze.
Israels Armee übernimmt Kontrolle über Hisbollah-Hochburg
Die israelische Armee übernimmt nach eigenen Angaben innerhalb von Tagen die vollständige Kontrolle über die südlibanesische Stadt Bint Jbeil. Die Fähigkeit der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz, von dort aus Israel anzugreifen, sei eingeschränkt, teilte ein israelischer Militärvertreter mit.
Italien setzt Verteidigungsvereinbarung mit Israel aus
Italien hat eine Vereinbarung zur Verteidigungskooperation mit Israel ausgesetzt. „Angesichts der aktuellen Situation hat die Regierung beschlossen, die automatische Verlängerung der Verteidigungsvereinbarung mit Israel auszusetzen“, zitierte die Nachrichtenagentur Ansa Regierungschefin Giorgia Meloni bei einer Veranstaltung in Verona. Die Vereinbarung legte eine Art Rahmen für die Zusammenarbeit im Verteidigungssektor fest.
Hamas-Delegation zu Gesprächen über Gaza-Waffenruhe in Kairo
Eine Hamas-Delegation hält sich Hamas-Kreisen zufolge zu Gesprächen über die Waffenruhe im Gazastreifen in Ägypten auf. Die Delegation sei am Sonntag in Ägyptens Hauptstadt Kairo eingetroffen, erfuhr AFP aus Hamas-nahen Kreisen. Für Sonntag seien Gespräche unter der Leitung des hochrangigen Hamas-Funktionärs Khalil al-Hayya mit ägyptischen Vertretern angesetzt. Sie betreffen demnach „die Umsetzung der verbleibenden Bestimmungen der ersten Phase des Waffenruhe-Abkommens“.
Größte Gaza-Hilfsflotte der Geschichte sticht in See
Am Sonntag startet in der spanischen Mittelmeermetropole Barcelona die bisher größte internationale Gaza-Hilfsflotte. Rund 70 Schiffe mit über 1.000 Menschen aus 70 verschiedenen Ländern stechen gegen 12.00 Uhr in See, um humanitäre Hilfe in den von Israel blockierten Gaza-Streifen zu bringen und gegen die dortigen Völkerrechtsverbrechen durch das israelische Militär zu protestieren.
Mehr als 500 Festnahmen bei Pro-Palästina-Demo in London
Bei einer pro-palästinensischen Kundgebung gegen das Verbot der Gruppe Palestine Action hat die Londoner Polizei am Samstag nach eigenen Angaben 523 Menschen festgenommen. Die Demonstranten auf dem Trafalgar Square seien in Gewahrsam genommen worden, weil sie Unterstützung für eine „verbotene Organisation“ bekundet hätten, teilte die Metropolitan Police auf der Plattform X mit.
Iran – Pakistan erklärt Friedensgespräche in Islamabad für eröffnet
Pakistans Regierungschef Shehbaz Sharif hat die Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran in Islamabad am Samstag für eröffnet erklärt. Sharif traf US-Vizepräsident JD Vance sowie den iranischen Parlamentspräsidenten und Delegationsleiter Mohammad Baqer Qalibaf zu getrennten Vorgesprächen. Laut dem arabischen TV-Sender Al Jazeera bemühte sich Sharif aber um direkte Gespräche beider Seiten unter pakistanischer Beteiligung. Der genaue Ablauf war weiterhin nicht offiziell.
Krise im Nahen Osten und Reisen: Was man wissen sollte
Die Spannungen im Nahen Osten wirken sich auch auf den internationalen Luftverkehr aus, mit einigen Änderungen bei Flugrouten und möglichen Flugannullierungen. In diesem sich entwickelnden Kontext empfiehlt das Europäische Verbraucherzentrum (EVZ) Italien den Reisenden, sich sorgfältig zu informieren, und erinnert daran, dass die in der europäischen Gesetzgebung vorgesehenen Rechte weiterhin uneingeschränkt gelten.
Libanon bestätigt Verhandlungen mit Israel für Dienstag
Der Libanon hat am Freitag Verhandlungen mit Israel über eine Waffenruhe für kommenden Dienstag in Washington bestätigt. Dies hätten die Botschafter Libanons und Israels in Washington und der US-Botschafter im Libanon vereinbart, erklärte das Präsidialbüro in Beirut. Gegenstand dieses „ersten Treffens“ sei die mögliche „Bekanntgabe einer Waffenruhe“ und des „Beginns von Verhandlungen zwischen dem Libanon und Israel unter Federführung der USA“.
Bisher kaum Geld für Trump-Friedensrat und Gaza-Wiederaufbau
Der von US-Präsident Donald Trumps initiierte Friedensrat für den Gazastreifen hat nur einen Bruchteil der zugesagten 17 Milliarden Dollar erhalten. Damit fehlen die finanziellen Mittel für den Wiederaufbau der im Krieg mit Israel verwüsteten Region. Von zehn Ländern, die Geld versprochen hatten, hätten nur drei - die Vereinigten Arabischen Emirate, Marokko und die USA selbst - tatsächlich Mittel bereitgestellt, sagten mehrere mit der Sache vertraute Personen am Freitag.
Iran – Bevölkerung seit 1.000 Stunden vom Internet abgeschnitten
Die Iraner sind inzwischen seit 1.000 Stunden vom Zugang zum globalen Internet ausgeschlossen. Das teilte die auf Netzsperren spezialisierte Organisation Netblocks in der Nacht auf Samstag auf der Plattform X mit. Es handelt sich demnach um die bisher längste landesweite Internetsperre weltweit.
Hisbollah und Israel greifen sich weiter gegenseitig an
Die gegenseitigen Angriffe der israelischen Armee und der libanesischen Hisbollah-Miliz dauern trotz geplanter direkter Gespräche zwischen Israel und dem Libanon an. Libanons staatliche Nachrichtenagentur NNA berichtete von israelischen Angriffen vor allem im Süden des Landes. Bei einem Angriff auf eine Autowaschanlage wurden demnach sechs Menschen getötet. Bei einem weiteren Angriff sei ein Mensch getötet worden.
Europa fordert von Israel Ende der Angriffe im Libanon
Europäische Regierungen haben Israel aufgefordert, die massiven Angriffe auf den Libanon zu beenden. Sowohl Spanien, Großbritannien, Frankreich als auch die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas mahnten am Donnerstag, die zwischen USA und Iran ausgehandelte Waffenruhe auch auf den Libanon zu übertragen. Der Libanon hält inzwischen einen nationalen Trauertag ab. Alle öffentlichen Einrichtungen im Libanon waren in der Früh geschlossen.
Iran weist Waffenruhe-Vorschlag zurück
Die iranische Führung hat einen Vorschlag für eine Waffenruhe im Iran-Krieg zurückgewiesen. „Der Iran hat Pakistan seine Antwort auf den amerikanischen Vorschlag für eine Beendigung des Krieges übermittelt“, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur IRNA am Montag.
Iran – Revolutionsgarden melden Tod ihres Geheimdienstchefs
Irans Revolutionsgarden haben den Tod ihres Geheimdienstchefs bei einem US-israelischen Angriff gemeldet. Majid Khademi sei „im Morgengrauen“ getötet worden, teilten die Revolutionsgarden am Montag mit. Unterdessen setzten die USA und Israel ihre Luftangriffe im Iran in der Nacht auf Montag fort.
London beruft Krisentreffen zur Straße von Hormuz ein
Die britische Außenministerin Yvette Cooper beruft für Donnerstag eine Krisensitzung zur vom Iran weitestgehend blockierten Straße von Hormuz ein. US-Präsident Donald Trump drohte indes damit, die Waffenlieferungen an die Ukraine einzustellen. Dadurch sollten die europäischen Verbündeten dazu bewegt werden, sich einer „Koalition der Willigen“ zur Wiederöffnung der Straße von Hormuz anzuschließen, berichtete die „Financial Times“ unter Berufung auf informierte Quellen.
Israel will Pufferzone im Südlibanon einrichten
Israel wird nach Worten von Verteidigungsminister Israel Katz eine Pufferzone im Libanon einrichten. Die Zone solle zwischen der israelischen Grenze und dem Fluss Litani im Süden des Libanon liegen. Israel werde die komplette Kontrolle über den Bereich übernehmen, sobald der Kampf gegen die Hisbollah-Kämpfer beendet sei, sagte Katz. Der Fluss liegt etwa 30 Kilometer von der Grenze entfernt auf libanesischer Seite.
Tausende US-Fallschirmjäger in Nahost – Einsatz im Iran offen
Im Nahen Osten sind nach Angaben von Vertretern der US-Regierung Tausende Soldaten der 82. US-Luftlandedivision eingetroffen. Bereits am Wochenende seien 2.500 Marineinfanteristen in die Region verlegt worden, sagten die US-Insider am Montag.
Israels Parlament stimmt für Todesstrafe für Terroristen
Das israelische Parlament hat einen Gesetzentwurf zur Einführung der Todesstrafe für Terroristen gebilligt. 62 der 120 Abgeordneten der Knesset stimmten für den höchst umstrittenen Vorstoß der Partei Otzma Jehudit des rechtsextremen Polizeiministers Itamar Ben-Gvir. 48 Abgeordnete stimmten gegen das Gesetz, der Rest war abwesend oder enthielt sich. Auch der rechtskonservative Ministerpräsident Benjamin Netanyahu gab seine Stimme für den Vorstoß ab.
Erste Rakete aus dem Jemen auf Israel seit Kriegsbeginn
Erstmals seit Beginn des Iran-Krieges hat der Jemen israelischen Angaben zufolge eine Rakete auf Israel abgefeuert. Wie die israelische Armee am Samstag mitteilte, wurde „der Abschuss einer Rakete aus dem Jemen in Richtung der israelischen Gebiete festgestellt“. Die Luftabwehr sei im Einsatz. Israelischen Medienberichten zufolge konnte die Rakete mutmaßlich abgefangen werden. Verletzte oder Schäden wurden nicht gemeldet.
Iran-Gespräche noch diese Woche? – US-Einsatzkräfte verletzt
Der Sondergesandte der US-Regierung, Steve Witkoff, rechnet noch in dieser Woche mit Gesprächen mit dem Iran für ein Ende des Kriegs. Dabei erwarte man auch eine Antwort auf einen den Iranern vorliegenden 15-Punkte-Plan der USA, sagte er im US-Bundesstaat Florida. Derweil gingen die gegenseitigen Angriffe weiter: Israel griff nach Armeeangaben in der Nacht „Terrorziele“ in ganz Teheran an. Die Internationale Atomenergiebehörde IAEA meldete zudem einen erneuten Angriff nahe dem iranischen AKW Buschehr. Zugleich schoss der Iran Raketen und Drohnen auf die Golfstaaten und Israel.
Neun Tote nach Israel-Angriffen im Libanon
Bei israelischen Angriffen im Süden des Libanon sind der staatlichen libanesischen Nachrichtenagentur NNA zufolge mindestens neun Menschen getötet worden. Vier Menschen seien bei einem Angriff auf das Dorf Adlun getötet worden, berichtete NNA am Mittwoch unter Berufung auf das libanesische Gesundheitsministerium. Weitere zwei Menschen seien bei einem Angriff auf eine Wohnung im Flüchtlingslager Mieh Mieh getötet worden, bei dem vier weitere Menschen verletzt worden seien.
Südtirols Industrie: „Konkurrenzfähigkeit steht auf dem Spiel“
Steigende Energiekosten, unterbrochene Lieferketten und unsichere Exportmärkte: Der Konflikt im Nahen Osten belastet die Unternehmen in Südtirol und im Trentino massiv. Beim gemeinsamen Webinar der Arbeitgeberverbände warnten Experten vor den Folgen einer blockierten Straße von Hormus und forderten von Europa rasches Handeln, um die Industrie krisenfester zu machen.
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