Pfarreien
Nach dem Carli-Desaster: Was Bischof Ivo Muser jetzt anders machen will
Nichts weniger als ein „Totalversagen“ der Kirchenleitung erkennt der Münchner Rechtsanwalt Ulrich Wastl bei der versuchten und dann wieder gestoppten Versetzung des Priesters Giorgio Carli im September. Im Schussfeld der Kritik steht Bischof Ivo Muser, der sogar mit Forderungen nach seinem Rücktritt konfrontiert ist. Was will er in Zukunft besser machen?
Wenn Feuer am Kirchendach ist
Da wird die Decke gestreckt, hin und her gezerrt – und wer nicht laut schreit, bleibt mit den Zehen womöglich in der Kälte. So ist das mit der diözesanen Personaldecke, die seit Jahren zu klein und an manchen Stellen bereits löchrig ist. Daher ist es verständlich, dass Pfarreien laut aufschreien, wenn sie noch mit einem fähigen Geistlichen gesegnet sind, aber dieser in einen anderen Landesteil wechselt. Ein Kommentar von „Dolomiten“-Chef-vom-Dienst Martin Lercher.
„Martins Sonn(der)tag“: Herr Bischof, werden bald Pfarreien aufgelöst?
Eine Handvoll Priester, immer weniger Gläubige: Südtirols Kirche schrumpft dramatisch. Bischof Ivo Muser stimmt seine „Herde“ in Hirtenbriefen und Ansprachen auf die neuen Zeiten als Minderheit ein. Bleibt dann überhaupt noch die Kirche im Dorf? Werden Pfarreien aufgelöst? Und: Geht es derart bergab, weil Reformen verhindert oder versäumt wurden? Im weihnachtlichen Interview beantwortet Bischof Muser auch Fragen zum Zölibat und zur Weihe von Frauen.
„Martins Sonn(der)tag“: Was bleibt übrig von der Kirche in Südtirol?
Die Kirche in Südtirol erlebt einen gesellschaftlichen Klimawandel – und sie schmilzt an vielen Stellen bedrohlich ab: Kirchenbesuch, Sakramentenempfang, Priester- und Ordensnachwuchs. Der Priester Paolo Renner aus Meran ist ein kluger Nach- und ein mutiger Voraus-Denker. Im Podcast durchleuchtet er die aktuelle Situation und sagt, ob die Kirche überhaupt im Dorf bleibt – und wenn Ja: welche. Mit verheirateten Priestern und Frauen im Weiheamt?
„Martins Sonn(der)tag“: Wie viel verdient ein Pfarrer? Ist Südtirols Kirche reich?
Messfeier am Sonntag, Taufe, Erstkommunion, Begräbnis – oder einfach für ein helfendes Gespräch: Das ganze Jahr über, zu allen Tages- und manchen Nachtzeiten sind in Südtirol Priester für die Menschen da. Leben sie von der Gebühr für die Hl. Messe, vom Geld aus dem Klingelbeutel, von der Spende? Oder ist Südtirols Kirche so reich, dass es locker für alle Geistlichen reicht? Stefan Untersulzner wirft im „Sonnder(tag)“ einen Blick auf den „Gehaltszettel“ von Priester und Bischof – und er erklärt, woher das Geld kommt.
Nach der Reform: Wie viele Jugendliche lassen sich noch firmen?
Die gesamte Mittelschulklasse ab zur Firmung: Das war einmal! Der neue Firmweg in Südtirol schreibt ein Mindestalter von 16 Jahren und wenigstens ein Jahr Vorbereitung vor. Wie viele Jugendliche gehen seit diesem Jahr den deutlich steileren Weg? Markus Felderer, Leiter des Amtes für Schule und Katechese, analysiert Beobachtungen und Zahlen.
Beichte für Kinder: Sinnlos bis gefährlich?
Feierlicher Einzug in die Kirche, schön gestaltete Gottesdienste, Festessen, Geschenke: In den Wochen nach Ostern feiern viele Kinder ihre Erstkommunion. Doch zuvor sollen sie zur Beichte. Der Leiter einer großen Missbrauchstudie in Deutschland warnt davor. + von Kathrin Zeilmann
Verbot aus Rom: Laien dürfen nicht predigen und nicht taufen
Der Vatikan hat sich gegen eine Aufwertung von Laien bei Taufen und Predigt in der Kirche ausgesprochen. In einem Brief, über den das Portal katholisch.de berichtet, erteilt das vatikanische Amt für Gottesdienste und Sakramente entsprechenden Reformen des Synodalen Wegs in Deutschland eine Absage.
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